Churchill
Hallo zusammen, ich bin Churchill, aber
eigentlich nur noch Churchi genannt.
Geboren wurde ich in Österreich unter
dem Namen Errol of Wincliff im Januar
1997. Zusammen mit Jamie lebte ich bei
meinem Frauchen und Herrchen, die sich
immer sehr rührend um mich gekümmert
haben. Ich bin zwar riesig, aber im
Grunde bin ich ein richtiger Angsthase.
Am Anfang schreckte ich vor allem
möglichen zurück. Ob es diese
Baustellenbänder (rot/weiß) waren, oder
ein Kinderwagen, oder auch einfach nur
ein lautes Geräusch, ich zuckte jedesmal
zurück. Frauchen und Herrchen, haben mir
aber sehr gut dabei geholfen mit allem
klar zu kommen.
Leider
haben die meisten Leute Angst vor mir,
dabei will ich doch nur gekrault werden,
wenn möglich von morgens bis abends und
dann nochmal von abends bis morgens. Als
wir das erste mal umgezogen sind, waren
da ständig neue Leute wegen der
Bauarbeiten, was ich ganz klasse fand.
Da war ein Maler, ein ganz schmächtiges
Kerlchen, kaum größer als ich, aber
irgendwie war er ganz lieb. Als er
Mittagspause machte, sah ich die
Gelegenheit zu einer Runde kraulen und
legte mich direkt neben ihn und schaute
ihn einfach nur an. Fragt mich nicht
warum, aber ich bekam direkt die Hälfte
seines Brotes. So ging das dann jeden
Mittag. Ich glaube der hatte einfach nur
Angst, wenn er mir nichts freiwillig
gibt, dass ich es ihm dann klaue.
Wißt Ihr
eigentlich wie hoch ein Mensch aus dem
Stand springen kann? ICH weiß das.
Wieder die Baustelle, es war noch ein
niedriges Gartentörchen vorhanden, wenn
ich gewollt hätte, hätte ich darüber
springen können. Ein Handwerker macht
das Törchen auf, kommt herein, macht
schön brav wegen der Hunde das Törchen
wieder zu und schaut mir direkt in die
Augen. Ein Satz nach oben aus dem Stand
und direkt über das Törchen drüber.
Warum nur? Ich stand doch einfach nur da
und wartete darauf von ihm gekrault zu
werden. Warum macht er sich denn erst
die Mühe das Törchen aufzumachen und
wieder zu schließen, wenn er doch auch
so drüber kommt?!?
Auf jeden
Fall war ich überall immer sehr beliebt,
ob es die Nachbarn waren, die
Wurstabfälle oder Fleischabfälle oder
auch mal Hundeknochen brachten, oder
Besuch von Herrchen und Frauchen, egal,
sie kamen alle um mich zu kraulen. Oh
das ist schön.
Die Geschichte mit Jamie lest Ihr am
besten auf Ihrer Seite, nur soviel
möchte ich hier darüber berichten. Sie
war mein Mädchen und ich habe sie ganz
doll geliebt. An sie zu denken macht
mich sehr traurig, deshalb möchte ich
hier auch gar nicht weiter darüber
schreiben. Außer das ich sie niemals
vergessen werde und sie immer in meinem
Herzen ist und ich weiß das wir uns
wiedersehen und darauf freue ich mich.
Leider lebe ich jetzt bei meinem
Herrchen alleine, denn Frauchen und
Herrchen sind nicht mehr zusammen,
allerdings sehe ich mein Frauchen hin
und wieder und freue mich jedesmal ganz
doll. Ab und zu durfte ich auch bei ihr
übernachten und ich kann Euch sagen, das
war am Anfang schon nicht wirklich
witzig, denn Frauchen hatte zwei kleine
Katzen. Neugierig wie ich bin, bin ich
gleich mal hinter Sweety her, weil sie
gleich geflitzt ist als sie mich sah.
Sie unter das Bett und ich meine
Schnauze gleich mal hinterher .... AUA
... da hatte ich prompt die Krallen von
ihr in der Nase. Ich kann Euch sagen,
danach habe ich meine Schnauze nicht
mehr so weit vorgereckt. Max hingegen
war total lustig. Er sah mich und
stellte sich tot. Er hat doch nicht
wirklich geglaubt, das ich ihm das
abnehme. Nach einiger Zeit haben wir uns
dann alle doch recht gut verstanden und
ich war froh das die zwei da waren, so
musste ich nicht mehr den ganzen Tag
alleine sein. Überall wo die zwei waren,
war ich auch. Aber am liebsten habe ich
im Wohnzimmer oder Schlafzimmer gelegen
und mit Frauchen Fernseh geschaut. Dabei
kann man nämlich unwahrscheinlich gut
schlafen. Ich sollte dazu anmerken, das
ich das eine oder andere Mal auch
schnarche beim Schlafen. Und das nicht
gerade leise. Frauchen hat dann erst den
Fernseher lauter gedreht, aber das ging
ja nicht, denn sie sollte doch meinen
Schnarchtönen lauschen, also lauter
geschnarcht. Das ging dann so lange, bis
Frauchen versucht hat mich aufzuwecken.
Aber wenn ich schlafe, dann schlafe ich
halt. Einmal hat Frauchen versucht mich
aus dem Zimmer zu schieben .... Das war
lustig. Frauchen auf allen vieren und
schiebt und drückt und nichts bewegt
sich :-D. Dann ist Frauchen ausgewandert
um ihre Ruhe zu haben, aber das ging
natürlich nicht, ich kann doch schlecht
in einem Zimmer liegen, wo Frauchen
nicht ist, also bin ich mitgegangen ;-)
Mein
Frauchen war auch immer diejenige die
sich ganz doll um mich gekümmert hat und
mir das Pfötchen gehalten hat wenn ich
zum Tierarzt musste. Sie hat immer alles
ganz genau vom Tierarzt wissen wollen
und hat mich gehegt und gepflegt wenn
ich mal krank war, was aber nicht ganz
so oft vorgekommen ist. Nachdem Frauchen
schon ausgezogen war, ging es mir einmal
ganz schlecht. Ich stand im Garten und
auf einmal gaben meine Beine unter mir
nach und mir war ganz schwarz vor Augen.
Es kann nicht lange gedauert haben, da
stand Frauchen bei mir und sie hob mich
zusammen mit noch jemand auf eine Trage,
ab ins Auto und zur Tierärztin (die
liebste die ich kenne). Dort konnte ich
auch kaum stehen und Frauchen stützte
mich so gut sie konnte. Die Tierärztin
und Frauchen hatten alle Hände voll zu
tun, mich auf den Beinen zu halten und
gleichzeitig noch zu untersuchen. Ich
bekam eine Spritze und durfte wieder auf
die Trage. Zu Hause haben sie mich
wieder zu zweit (Frauchen und ein
Bekannter) ins Haus getragen. Es sind
nur 32 langgezogene Stufen nach oben. Oh
je, waren die zwei fertig als sie oben
mit mir ankamen. Aber ich war auch nicht
minder fertig und vor allen Dingen hatte
ich einen riesen Durst. Sie schnallten
mich ab und ich stand auf und lief zum
Wassernapf als wäre nichts gewesen.
Schließlich hat die Spritze doch sehr
gut geholfen. Nein, ich gebe hier jetzt
nicht wieder was Frauchen alles von sich
gelassen hat.
Nichts
desto trotz, ich bin ein ganz lieber,
großer Koloss und wer mich sieht bekommt
erstmal Angst, aber wehe wenn ich
losgelassen, kommt Ihr ohne eine Stunde
Kraulen nicht an mir vorbei.
Am 31. Januar 2007 bin ich zu meiner
Freundin Jamie über die Regenbogenbrücke
gegangen.
Anmerkung: Leider konnte ich Churchill
auf seinem letzten Weg nicht begleiten,
aber in meinem Herzen wird er immer bei
mir sein!
